Newsletter – Wald, 07. 06. 2020

Wir befinden uns in einer Zeit, in welcher wir mit vielen herausfordernden gesellschaftlichen Themen konfrontiert werden: Corona-Krise, technologischer Ausbau von 5G, Wirtschaftskrise, Klimakrise, Flüchtlingskrisen, Verschmutzung unserer Gewässer und Böden, das Insekten- und Bienensterben u.v.m.

Autor: Andrea Nydegger

Es mag auch früher grosse Krisen und Zerstörungen ganzer Zivilisationen gegeben haben, aber wir sind erstmals in der Geschichte der Menschheit mit der selbstverursachten Zerstörung der biologischen Lebensgrundlagen konfrontiert. Kommen dann persönliche Konflikte hinzu, bringt das oft «das Fass zum Überlaufen», weil wir uns gestresst oder hilflos und verzweifelt fühlen.

Verdrängung – unsere Reaktion auf Überforderung

Bereits für einen «normal» sensiblen Menschen können die heutigen Themen überwältigend wirken. Wir reagieren mit Angst und Panik darauf, was entweder zu aggressivem Verhalten führt oder wir nehmen eine Schutzhaltung ein und lassen diese Themen nicht länger an uns heran und entwickeln verschiedene Verdrängungsstrategien.

Zunehmend fühlen wir uns gelähmt angesichts der politischen und sozialen Probleme. Das bedeutet: Wir erstarren und «machen dicht»; wir verschliessen und blockieren unsere sensorische Wahrnehmung!

Wahrscheinlich bedeutet keine der eigentlichen Herausforderungen eine so grosse Gefahr für uns selbst, wie unsere Mobilisierung von Verdrängungsmechanismen. Denn wir geben die Zügel aus unseren Händen und sind nicht mehr fähig, Verantwortung für unsere eigene und die Entwicklung unseres Planeten zu übernehmen.

Persönliche oder gesellschaftliche Krisen können natürlicherweise durch das Feedback und die erfahrenen Konsequenzen von Handlungen und deren Reflektion korrigiert werden.

Aber eine Verdrängung blockiert das Feedback. Jeder Mensch und jedes System, das sich weigert, die Konsequenzen seines Handelns wahrzunehmen, zu spüren und somit Verantwortung zu übernehmen, wird sich früher oder später selbst zerstören.

Herausforderung als Chance

Wenn wir unsere aktuelle Erfahrung als Möglichkeit daran zu wachsen annehmen wollen, ist es essenziell, uns unserer Gefühle und Körperempfindungen bewusst zu sein, wie auch uns in Selbstregulation zu üben. Wenn wir den Schmerz, den wir fühlen, unterdrücken, spalten wir uns. Wenn wir ihn akzeptieren, anerkennen und darüber sprechen, wird er zum lebendigen Beweis unserer Verbundenheit mit allem Lebendigen in und um uns.

Unser Schmerzempfinden um den Zustand der Welt wie auch unsere Liebe zur Welt sind untrennbar miteinander verbunden.

Wir wissen aus den grossen spirituellen Lehren, dass unsere Trennung von der Welt eine illusorische Vorstellung ist – da tatsächlich alles mit allem verbunden ist.

Bewusstseinsprozess

Es spielt im Grunde keine Rolle, ob wir uns mit unseren eigenen Lebensthemen oder mit gesellschaftlichem und kollektivem Schmerz auseinandersetzen, denn die Dinge im Aussen – und geschehen sie auch auf der anderen Seite des Planeten – haben immer auch eine Verbindung zu unserem persönlichen Erleben.

Erschreckende Dinge einfach auszublenden oder die Verantwortung an eine äussere Instanz abzugeben, verhindert essenzielle Bewusstseinsprozesse und ermöglicht, dass Schandtaten an Schwächeren überhaupt ausgeübt werden können.

Ein klares «Nein» gegen etwas hat die gleiche Berechtigung wie ein klares «Ja» .

Betrachten wir unangenehme Themen – persönlicher oder gesellschaftlicher Natur – aus einer inneren Verbundenheit heraus und sind dem Echo der Bilder und der Worte der Geschehnisse in uns gewahr und bewusst, so kontaktieren wir eine tiefere Schicht der Wahrheit; der uns innewohnenden Wahrheit. Und ja, manchmal macht es uns traurig, manchmal sind wir unglaublich wütend – und das ist in Ordnung, das ist eine natürliche Reaktion als Mensch und fühlendes Wesen auf das was gerade um uns und in uns passiert.

Unser biologisches Sicherheits- und Navigationssystem

Wir sind durchaus in der Lage mit herausfordernden Emotionen und Lebensumständen umzugehen.

Ein Verständnis für die Funktionsweise unseres Nervensystems und die Rückverbindung mit unserem inneren Erleben kann uns dabei enorm helfen.

Das autonome Nervensystem ist nämlich unser persönliches Sicherheitssystem, das ausserhalb unserer bewussten Kontrolle liegt und bei allem und allen die Frage stellt: „Ist das sicher?“

Die bewusste Verbindung mit unserem persönlichen Erleben, unseren Gefühlen, Emotionen und Körperempfindungen, ermöglicht dem Nervensystem sich zu regulieren und damit auch mit herausfordernden Emotionen und Lebensumständen umzugehen.

Daraus lernen wir unterschiedliche Ansichten stehen zu lassen und trotzdem für unsere Wahrheit, die aus dem ganzheitlichen Erleben heraus entsteht, geradezustehen.

Unser autonomes Nervensystem kennt 3 Überlebensmodi:

  1. Sozial verbunden (soziales Nervensystem: Ventraler Vagus des Parasympathikus)
  2. Angeregt, reagiert auf die Gefahr (Sympathikus)
  3. Erstarren oder kollabieren (dorsaler Vagus des Parasympathikus), wenn wir der Gefahr nicht entkommen können.

Die Biologie des menschlichen Nervensystems

Die Biologie des menschlichen Nervensystems ist so geschaffen, dass wir bei Konflikten zuerst versuchen, eine Lösung im sozialen Nervensystem zu finden.

Wenn das nicht möglich ist – da unser Nervensystem die Umstände als Gefahr interpretiert – wechseln wir in den Sympathikus und somit ins Kämpfen/Flüchten.

Gesundheitliche Folgen beim Verlust der natürlichen Ausgewogenheit

Wenn wir uns nun über eine längere Zeit in diesem aktivierten Zustand befinden, verlassen wir die natürliche Ausgewogenheit von Spannung und Entspannung und verlieren sehr viel Energie, was zu gesundheitlichen Symptomen führt, wie Hyperaktivität, Herzkrankheiten, hoher Blutdruck, hoher Cholesterinspiegel, Schlafprobleme, Gewichtszunahme, Gedächtnisstörungen, Kopfschmerzen, chronische Nacken-, chronische Schulter- und Rückenverspannungen, Magenprobleme und erhöhte Anfälligkeit für Krankheiten.

Solange unser Nervensystem die Situation als gefährlich einstuft, ist kein Ausgleich des Kreislaufes möglich. Wenn wir der Gefahr nicht entkommen können, bringt uns der dorsale Vagus zurück zu unseren evolutionären Anfängen. In diesem Zustand sind wir immobilisiert/erstarrt. Wir „schalten ab“ um zu überleben. Zu den gesundheitlichen Folgen zählen unter anderem Dissoziation, Probleme mit dem Gedächtnis, Depressionen, Isolation / Sozialer Rückzug, Unterdrückung der Gefühle, keine Energie für die täglichen Aufgaben, chronische Müdigkeit, Fibromyalgie und Magenprobleme, niedriger Blutdruck, Typ-II-Diabetes, Gewichtszunahme.

Gesund sind wir, solange die Regulationsfähigkeit unseres Nervensystems intakt ist

und uns die dynamische Wechselwirkung aller 3 Regelkreise des autonomen Nervensystems zur Verfügung steht.

Polarity und Craniosacral-Therapie für Ihr Nervensystem

Meine Begleitung als Polarity und Craniosacral – Therapeutin unterstützt:

  • Die Regulationsfähigkeit des Nervensystems, indem die natürliche Dynamik wiederhergestellt und gestärkt wird.
  • Mit präsenter, einfühlsamer und professioneller Begleitung kontaktieren wir dosiert Kampf-, Flucht- und Erstarrungszustände und begleiten Sie zurück ins soziale Nervensystem, sodass Sie wieder selbstermächtigt Ihr Leben gestalten können.

Benefits der Therapie für Sie:

  • Die Funktionsweise des autonomen Nervensystems kennen.
  • Ihr persönliches Stressverhalten wahrnehmen können (Stress-Gedanken, Stress-Gefühle, Stress-Körpersignale).
  • Sich selbst wahrnehmen und die Ursachen der Probleme erkennen können.
  • Einen neuen Umgang mit herausfordernden Gedanken, Gefühlen, Emotionen und Körperempfindungen finden.
  • Ihre inneren und äusseren Ressourcen und Kraftquellen entdecken und erweitern.