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August 2017
Über das Glück zu sein

Über das Glück zu sein

Glücklichsein verbinden wir meist mit der Erfüllung unserer Wünsche: Wenn ich dieses oder jenes erreicht habe oder besitze, werde ich glücklich sein. Wir verbinden damit also eine Zielvorgabe, die es zu erreichen gilt und unser Suchen und Bemühen darum.

Dr. Randolph Stone sagt: «Uns steht mehr zu; unser Dasein in dieser Welt hat ein höheres Ziel. Wir alle suchen das innere Glück, das nicht auf äusseren Leistungen beruht, sondern aus der Harmonie in unserem Innern stammt.» Meist jedoch ist die Strategie, das Glück durch das Erfüllen von Wünschen zu finden, nicht von Erfolg gekrönt. Ganz im Gegenteil: Ernüchtert müssen wir feststellen, dass wir zwar das Haus unserer Träume gebaut haben, uns nun aber darin nicht zuhause fühlen. Unsere Vorstellungen und Wünsche vom Glück entpuppen sich als Fiktionen, die wir in die Zukunft projiziert haben und offenbar ist der direkte Bezug, die Verbindung zum lebendigen Glück verloren gegangen. «Leben ist das, was geschieht, während du damit beschäftigt bist, dieses zu planen», sagt denn auch John Lennon.

Wir sind unserem mechanischen Denken von Ursache und Wirkung auf den Leim gegangen. Dieses Denken operiert mit Erfahrungswerten, mit fixen Bildern und logischen Beziehungsfeldern. Es schliesst das wahrhaft Neue und Lebendige, das Erfrischende und Spontane aus, weil es dieses nicht kontrollieren kann. Somit verschliesst es uns das Tor zum Glück, zur Transformation und der Neuwerdung. Und das, obwohl die Natur uns den Spiegel vorhält: Nichts in ihr strebt nach einer vorgefassten Form, alles entwickelt und drückt sich in seiner Gestalt und seinem Rhythmus aus und ist im stetigen Wandlungsprozess.

Glück ist ein Seinszustand
Der unserem Wesen innewohnende Wunsch nach Glück muss deswegen nicht fallen gelassen werden, er muss vielmehr verwandelt werden. Glücklich oder lebendig sein ist kein Gut, das man erreichen oder haben kann. Es ist ein Seinszustand; nichts Fixes, etwas, das man empfängt, mit dem man sich verbindet, etwas, das uns grösser und weiter macht, sich absolut stimmig anfühlt und unser Wesen begeistert. Wir sprechen von den Qualitäten des Herzens – dem sich Öffnen, sich Hingeben und Loslassen.

Je mehr es uns gelingt, unsere Gedanken zu entspannen und uns auf unsere natürlichen Rhythmen von Aktivität und Erholung einzustimmen, umso mehr verbinden wir uns mit unserer pulsierenden Lebensenergie. Genauso wie Heilung und Genesung davon abhängen, mit dem inneren Ohr unserem ursprünglichen Sein zu lauschen. Wir verwandeln dadurch unseren Lebensmodus vom Kämpfen ins Sein. Ganz natürlich werden wir dadurch ruhiger. Es hat nichts mit Fähigkeiten zu tun, die wir uns
anzueignen haben, sondern vielmehr mit dem Erinnern daran, wer wir wirklich sind; energetische Wesen, die ihre menschliche Erfahrung machen.

Mit der Lebensenergie verbinden
Wir müssen Abstand nehmen von der Fixierung auf unsere kognitiven Fähigkeiten und uns mit der Energie, die unser Leben ist, verbinden. So wie damals im Mutterleib, als wir ganz eins waren mit dieser Energie und aus ihr heraus unsere körperliche Form bilden liessen. Dieselbe Energie ist auch jetzt und immer am Wirken und Erschaffen: Unsere Zellen, Organe, ja der ganze Körper wird auch nach der Geburt andauernd neu gebildet, erhalten und geformt. In unfassbar komplexen Prozessen interagieren die verschiedenen Ebenen unseres menschlichen Systems miteinander und schaffen stetige Weiterentwicklung und Ordnung, sicher geführt von der omnipräsenten Körperintelligenz. Besonders bezaubernd zu beobachten ist diese Kohärenz bei Kleinkindern und Babys. Die Einheit des menschlichen Wesens und seine kraftvolle Präsenz zeigen sich in jedem Blick, in jeder Bewegung, in jedem Laut – bei allem, was sie tun und wahrnehmen, ist ihr ganzes Körpersystem in Schwingung. Dieser natürlich lebendige Zustand der Kinder ist der Schlüssel zum Glücklichsein: «Seid wie die Kinder und ihr werdet das Himmelreich erlangen», sagt Jesus.

Unsere Begegnung mit neugeborenen Geschöpfen lässt uns unmittelbar erleben, dass Leben von Leben kommt. Wir werden von einer unpersönlichen, uns innewohnenden Kraft in unsere menschliche Existenz erschaffen. Zutiefst berührt, bekunden wir bei ihrem Anblick: «Es ist ein Wunder!», um alsbald unser Wahrnehmungsfeld diesem Daseins-Glück wieder zu verschliessen. Es fehlen uns ganz einfach die Umgangsformen mit dieser Wunderqualität des Lebens. Wir – rational kognitiv spezialisierten, westlich modernen «Industrie-Menschen» – haben die Rezeptoren dafür verkümmern lassen. In der Polarity Therapie reanimieren wir diese Rezeptoren. Wir erwecken die schlummernde Verbindung zur feinstofflichen Lebensenergie und unterstützen den Menschen darin, sein Bewusstsein für seine Ganzheit neu zu entdecken.

Unsere Hinwendung an die Ganzheitlichkeit und das Energiepotenzial wirkt befreiend und vitalisierend – es wird klar, dass wir unser Leben jederzeit neu entwerfen und gestalten können; in der Akzeptanz unseres Seins öffnen wir uns dem Fliessen des Lebens. Wir SIND diese Schöpfer- und Informationsenergie, die weiss, was wir wirklich brauchen. Dieses Gewahrsein vollzieht einen Perspektivenwechsel in uns; wir rennen den Dingen nicht länger hinterher, wir lassen sie von innen heraus entstehen. Fortan schaffen wir unser Wohlbefinden, unsere Gesundheit, unser Glück ganz authentisch – oder wie der Volksmund weiss: «Um glücklich zu sein, bedarf es wenig» (im Aussen), es liegt in der Natur unserer pulsierenden Lebensenergie.

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Publikation des Artikels im Yoga Magazin
Text: Thomas Truttmann, Andrea Nydegger

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